Informationsnotstand zur ED-R 401 MVPA NE | Your input´s our output!

Aus aktuellem Anlass:

Oft sehen wir in der Zugriffsstatistik dieser Website, dass sich Bürgerinnen und Bürger zu konkreten militärischen Fluglärmeinsätzen informieren wollen. Die höchsten Zugriffszahlen verzeichnet zwar nach wie vor die Analyse zur ED-R 401 MVPA NE von Braunstein und Leisegang auf der Startseite dieser Website. Es besteht also, selbst 5 1/2 Jahre nach heimlicher Aktivierung der militärischen Fluglärmzone ED-R 401 MVPA NE, enormes Interesse an Informationen zum Kontext dieser Militarisierung im Turbogang – die aber bereits im Jahr 2017 erarbeitet wurden. Es gibt ein Informations- und Transparenzdefizit zum militärischen Fluglärm über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Eine Zensur findet (offenbar) statt.

Je nach Ausmaß der werktäglichen militärischen Verlärmung z.B. der Mecklenburger Seenplatte, des Müritz-Nationalparks und UNESCO Weltnaturerbes, des Peenetals, der Osteseeinseln Rügen und Hiddensee, der Brandenburger Wald- und Seenlandschaft im Norden des Bundeslandes, werden die Zugriffszahlen auf die o.g. Analyse dicht von Suchmaschinen-Verweisen gefolgt, die ganz konkrete militärische Fluglärmvorkommnisse zum Inhalt haben. D.h. dass sich die meisten Bürgerinnen und Bürger auf der Website zu konkreten Einsätzen von Kampfjets über ihren Wohn-, Arbeits- oder Urlaubsorten im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE informieren wollen. Vermutlich wohl auch deshalb, weil die Bundeswehr-„Informatinszentrale“ spätestens ab der dritten Beschwerde beleidigte Leberwurst spielt – und selbst zynische Zusammenstellungen von Textbausteinen nicht mehr als „Antwort“ verschickt. Die allermeisten Zugriffe erfolgen via Google-Suche, gefolgt von Zugriffen über die BING-Suchmaschine (kann auch Ecosia u.ä. sein, die alle die BING-Suchmaschine nutzen), gefolgt von Verweisen aus den geschlossenen „sozialen Medien“ (Facebook, Twitter usw) heraus.

Liebe betroffenen Bürgerinnen und Bürger: diese Website kann nur so gut sein, wie die Zuarbeit, die Sie, als Betroffene, leisten. Es handelt sich bei dieser Website nicht um eine schlagkräftig kommerzielle Organisation, die Ihnen einen Service anbietet. Diese Website erhält genau 0 Euro Unterstützung von Dritten. Bürgerinnen und Bürger wie Sie erarbeiten die Inhalte und investieren viel Zeit, etwas Geld und tragen ein hohes Risiko – damit eine Resttransparenz zur ED-R 401 MVPA NE aufrecht gehalten werden kann. Diese Website ist auch kein Ersatz für die versagende FLIZ@bundeswehr.org, für blockierende politische Parteien, inkompetente und desinteressierte bzw. politisch vermaulkorbte Redaktionen aller möglichen Sender und Zeitungen. Was wir hier machen, könnte jede/r machen! Ein gesellschaftlicher Diskurs ist nur möglich, wenn Sie ihn anregen und unterstützen.

Wenn Sie hier Informationen zu konkreten Einsätzen suchen, diese nicht finden, sich aber bereits auf dieser Website umsehen, dann senden Sie uns doch bitte eine kurze Beschreibung des Fluglärmvorfalls, zu dem Sie diese Website konsultiert haben. Wenn Sie also schon z.B. „Kampfjeteinsatz am X.Y. in XYZ“ bei Google eingeben, dann nutzen Sie bitte unser Kontaktformular oder senden Sie uns eine e-mail. So kann ihre Beobachtung hier veröffentlicht werden – und so kann anderen Betroffenen, die vielleicht aus gleichem Anlass hier nach Informationen suchen, zumindest etwas aus der Informationsdefizitspatsche geholfen werden. Sie können so selber für mehr Transparenz und bessere Dokumentation des militärischen Fluglärms über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sorgen.

Frei nach Ray Cokes: Your input´s our output!

Bitte unterstützen Sie diese Website!

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(rbb)Ami goes NO oder: der rbb Osterarsch auf meiner Site | edr401mvpa.wordpress.com zwingt rbb zu subliminaler Thematisierung!

Die Intendanz und die festangestellten „Gatekeeper“ (ChefredakteurInnen und AbteilungsleiterInnen) des rbb haben ihre „festen freien JournalistInnen“ gut im Griff: wurden bei der Einstellung bzw. beim individuelle Vertragsabschluß investigativ-journalistische Qualitäten nicht erkannt – und die oder der KandidatIn dann also dennoch auf Hire&Fire-Basis angeheuert -, gibt es jederzeit die unausgesprochene Drohung mit der sofortigen Vertragsauflösung. Arbeitnehmerrechte sind ja weitgehend ausgehebelt, für die bei den öffentlich-rechtlichen (und anderswo) „freiberuflich“ fest angestellten Journalisten. So wird die erste Stufe der rbb-Zensur* bereits in den Köpfen der rbb-JournalistInnen sichergestellt. JournalistInnen, die dennoch kritisch und hintergründig, ernsthaft und womöglich mit wertendem Kommentar zur Umwandlung der ehemals ruhigen Naturlandschaften des Nordostens Deutschlands in dessen krasseste Militärlärmsenke (ED-R 401 MVPA NE) berichten wollen, werden bislang von der rbb-Intendanz und den ChefredakteurInnen des rbb offenbar erfolgreich daran gehindert (gilt so auch für den ndr).

Stattdessen wird beim rbb eine blutleere Kopie der „heute-show“ des ZDF in Stellung gebracht. rbb-like wird die Sendung dann „AbendShow“ benannt. So funny.
Die ModeratorInnen sehen überarbeitet aus und rattern zombiemäßig unlustige Witze vom Teleprompter runter. Aus Anlass des Ostermarsches 2019 in Berlin wurde dieser sowohl im Vor- als auch im Nachhinein beim rbb durch den Tele-Schlamm gezogen: Anstatt sich den vielfältigen Themen, die auch auf dem diesjährigen Ostermarsch präsent waren, ernsthaft zu widmen, wird der Versuch einer Dominanz des Ostermarsches durch NATO-Gegner und unkritische Freunde der russischen Regierung aufgebauscht (mal abgesehen davon, dass die Forderung anderer Ostermarschteilnehmer nach einer guten Beziehung zu Russland legitim und richtig ist), überzeichnet und schließlich mittels AbendShow dem Volk als Witzveranstaltung von Irren präsentiert. Als Feigenblatt der journalistischen Ausgwogenheit und Ernsthaftigkeit bringt der rbb dann noch harmlose Interviews in der „echten“ Abendshow – ähem, Abendschau, Verzeihung…

Bedanken möchten wir uns bei der mutigen Kamerafrau des AbendShow-Teams, beim rbb-Ami sowie bei den CutterInnen der Show, die unsere Zwangsmaßnahme der subliminalen Thematisierung unseres Anliegens als solche erkannten! ;)

Intendanz go Home!

Bilder im Anhang: Screenshots aus dem Beitrag „Der Feind in meinem Ostermarsch“ in der rbb-AbendShow vom 25.4.2019

*der offizielle rbb-Slogan lautet: „Bloß nicht langweilen“. Es scheint sich auch um den journalistischen Maximalanspruch sowie die verklausulierte Zensurschwelle beim rbb zu handeln. Hintergrundberichte zu Militarisierung und daraus resultierendem Demokratieabbau, zu militärischer Umweltzerstörung und militärinduziertem Bürgerfrust liegen weit jenseits des Entertainmentauftrages des rbb.

rbb Abendshow thematisiert subliminal ED-R 401 MVPA NE
rbb Abendshow zeigt subliminale Thematisierung der im Herbst 2013 heimlich aktivierten militärischen Übungszone ED-R 401 MVPA NE!

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taz – vier Jahre Themenblockade ED-R 401 MVPA NE, hier: „Re: Zensur von Kommentaren?“

Hier mal aus der klassischen Blogabteilung – wir bloggen direkt aus dem Gemetzel mit der Westzeitung taz, die Kommentare zum Thema ED-R 401 MVPA NE unter Verweis auf ihre Netiquette zensiert – meistens kommentarlos, aber auf überzeichnende Anfrage hin dann doch kommentiert. Der Ablauf ist e-mail-typisch, also chronologisch rückwärts. Was in der Antwort des beschwerdeführenden „Eds“ nicht drin steht: in der Netiquette findet sich kein Verbot der Verlinkung auf Blogs. (Zwangs)Werbung von WordPress kann man per Werbeblocker ausblenden, wenn man wirklich zum Thema ED-R 401 MVPA NE lesen will und sich durch die Worpdress-Werbung gestört fühlt.

Vorhang auf, Blog ab:

Ed, 6.2.2019:

Moin,

es handelt sich nicht um einen Weblog, im klassischen Sinne. Es wird auch keine Werbung betrieben (außer der Zwangswerbung, die durch WordPress in kostenlosen WordPress-Accounts eingeblendet wird). So ignorant und unverständig muss man erst mal sein – als taz -, dass man hier wieder dermaßen verdreht und Ausflüchte erfindet.

Weder habe ich gegen die Netiquette verstoßen, noch ist das Thema irrelevant. Ihre Antwort ist inhaltlich völlig unzutreffend und sachlich unbegründet.

Aber mir und allen anderen Betroffenen im Osten ist klar, dass die taz unmöglich jetzt, nach vier Jahren (vor vier Jahren bekam die taz als erste Zeitung brisante Informationen zur Zone per pseudokonspirativem Treffen mit dem damaligen Leiter der Investigativabteilung der taz übergeben – und berichtetet, unter fadenscheinigen Gründen, nicht – bis heute), zugeben kann, dass das Thema höchst relevant ist und mit dem Strategieplan Ost (zu dem der Kommentar war) stark zusammenhängt.

Also für uns Betroffene hier ist das, was Sie da machen, Kommentarzensur in Reinkultur. taz lesen im Osten – wozu? taz = links? Naja…

Mit freundlichen Grüßen,
Ed

PS: Gucken Sie lieber noch mal nach – vielleicht dreht es sich auch um Ihre Urlaubsregion: https://edr401mvpa.wordpress.com

Wenn Sie denken, dass WordPress gleich Blog ist, können Sie ja auch mal Begriffe, wie „militärischer Fluglärm“, „Brandenburg“, „Mecklenburg-Vorpommern“ in der Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben. Wenn Sie dann eine bestimmte Seite immer wieder finden, die als einzige tiefgehend und hintergründig zu diesen Themen informiert – also jenseits der Verlautbarungen, die andere Zeitungen direkt aus der PR-Abteilung der Bundeswehr übernehmen -, werden Sie vermutlich auf https://edr401mvpa.wordpress.com landen. Also, Scheuklappen mal ablegen und raus aus der piefigen taz-Filterblase – und endlich das Thema aufgreifen!

2. PS: Da die taz Kommentare zensiert, werde ich dieses kleine Geplänkel hier auf dem „Blog“ veröffentlichen – damit alle Betroffenen und Ossis wissen, welche Zeitungen wo und wie das Thema nachhaltig blockieren.

taz:
> Hallo,
>
> wir moderieren nach den Regeln unserer Netiquette: https://www.taz.de/!118006/ >
> Unsere Kommentarspalten sind kein Raum für Werbung jeglicher Art, Blogs gehören auch dazu. >
> Mit freundlichen Grüßen
>
> [XYZ] taz kommune
>
>
> Am 30.01.19 um 22:09 schrieb edr401mvpa@posteo.eu:
>> Betrifft: Zensur von Kommentaren?
>>
>> Datum: 30.01.2019 22:09:31
>>
>> Absender:
>> Strasse:
>> PlzOrt:
>>
>> Leserbrief:
>> Moin, wohin entschwinden eigentlich Kommentare, die ich eingebe, abschicke, für die mir eine Bestätigung angezeigt wird, nach denen sie auf die Freigabe warten – und die dann weder freigegeben werden, noch in meinem Profil auftauchen. Und warum bekomme ich keinen Hinweis darauf, dass eine Kommentar nicht freigegeben wird? Sind nur unkritische Kommentare bei der taz erlaubt, wenn es um das Thema Militarisierung des Ostens geht? Sind es persönliche Vorlieben des Zensors, eine Weisung der eingeschnappten Chefredaktion, die eingreift, wenn zum Thema ED-R 401 MVPA NE / Versagen der taz kommentiert wird? Wenn Sie Kommentare wie meine kommentarlos zensieren – was genau ist dann für Sie links? Und wie rechts sind Sie eigentlich tatsächlich bereits? Danke für Ihre Antwort & Grüße, Ed, Redakteur von https://edr401mvpa.wordpress.com >>
>> abdrucken: nicht drucken
>> belegexpl: kein Belegexemplar schicken
>>
>

Die Leser-Pointe des Laserpointers: Rhetorische Kriegsführung im Artikel „Flugzeug über Stralsund mit Laser geblendet“ vom 24.08.2018 im Nordkurier

betr: https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/flugzeug-ueber-stralsund-mit-laser-geblendet-2432945308.html

von Rani Braunstein

Der kurze Artikel des Nordkuriers hat es in sich, wenn man den Blick auf die sprachlichen Mittel wirft, derer er sich bedient und die in der Rhetorik üblicherweise als unfair und trugschlüssig eingestuft werden.

Eingebettet in mehr oder weniger korrekte Berichterstattung entwirft der Text mit nur einem einzigen Satz einen fiktiven militanten und zu kriminellen Handlungen fähigen Gegner der Bundeswehr bzw. militärischen Fluglärms, den es bis dato weder sprachlich noch tatsächlich gegeben hat. Und dies, ohne dafür in irgendeiner Weise die Beweislast antreten zu müssen. Und das geht so:

Man nehme zunächst den Vorfall bzw. die dazu verfügbaren Fakten: „Ein Flugzeug im Luftraum über Stralsund ist am Donnerstagabend gegen 23.12 Uhr von einem grünen Laserstrahl geblendet worden. Über den Vorfall informierte das Polizeipräsidium Neubrandenburg am Freitagmorgen, das seinerseits gegen 23.20 Uhr von der Deutschen Flugsicherung informiert worden war. Polizeiliche Maßnahmen, um die Verursacher zu finden, seien bislang erfolglos geblieben, hieß es.“

Dieser Textabschnitt basiert vermutlich auf der Pressemitteilung der Polizei, auch wenn aus dieser hervorgeht, dass der Vorfall sich um 21.18 Uhr und nicht um 23.12 Uhr ereignet haben soll (vgl. https://www.polizei.mvnet.de/Presse/Pressemitteilungen/?id=141949&processor=processor.sa.pressemitteilung )

Diese Pressemitteilung referiert der Nordkurier also mehr oder weniger genau. Die Quelle ist leicht nachprüfbar.

So weit, so klar.

Nun recherchiert der Nordkurier, dass es sich um ein Flugzeug der GFD gehandelt habe, das im Rahmen einer Bundeswehr-Übung eigesetzt worden sei und dass der Vorfall in mittlerer Höhe stattgefunden habe (später die Präzisierung: in Höhe von ca 8 Kilometern.) Als Quellen nennt er im Laufe des Artikels dafür die GFD und die DFS.

So weit immer noch klar und prinzipiell nachprüfbar. Wir könnten ja selbst bei GFD und DFS nachfragen, wenn wir diese Aussagen bezweifeln.

Und nun – als völlige Luftnummer bzw. aus der Luft gegriffen, jedenfalls in ihrer Herkunft nicht nachvollziehbar, tauchen die bis dato unbekannten „militanten Gegner militärischen Fluglärms“ auf: und zwar in der als Statement auftretenden Formulierung: „Ob es sich bei den Urhbern (sic) der Laser-Attacke möglicherweise um militante Gegner von militärischem Fluglärm handeln könnte, darüber könne nur spekuliert werden, hieß es übereinstimmend von GFD und Behörden.“ Der schlichte Satz hat es in sich: in nur drei Zeilen bedient er sich diverser unlauterer, üblicherweise als trugschlüssig klassifizierter rhetorischer Mittel, die nicht der Verständigung oder Information über einen Sachverhalt dienen, sondern zu unterschiedlichen anderen Zwecken eingesetzt werden: um sich der Beweislast zu entziehen, um eine Spur zu legen, die vom eigentlichen Problem wegführt, um einen Strohmann zu errichten und darüber ein „Brunnenvergiften“ vorzubereiten, und um sich bei alledem den eigenen Standpunkt gegenüber Kritik zu immunisieren:

Die Etablierung eines fiktiven militanten Gegners kann als Form der „straw man fallacy“ angesehen werden – der Errichtung eines „Stohmannes“: Der Klassiker besteht darin, einem Opponenten eine These unterzuschieben, die er gar nicht vertritt und diese in der Folge anzugreifen bzw. argumentativ zurückzuweisen. Der vorliegende Fall geht einen Schritt weiter: hier wird sprachlich ein fiktiver Gegner konstruiert, dem damit zugleich mögliche kriminelle Handlungen untergeschoben werden. Die Konstruktion des Gegners erfolgt dabei über eine Abwandlung des „plurium interrogationum“ (gelegentlich auch als „Fangfragen“ bezeichnet). Der Klassiker dieser rhetorischen Technik besteht darin, in eine Frage Implikationen einzubauen, die mit einer Beantwortung dieser Frage automatisch akzeptiert werden müssen, um die Frage überhaupt beantworten zu können. Beim Beispiel des vorliegenden Textes wäre die Frage, auf die „GFD und Behörden“ übereinstimmend geantwortet haben, etwa folgende: „Handelt es sich bei den Urhebern der Attacke möglicherweise um militante Gegner militärischen Fluglärms?“ – Schon, indem ich darauf antworte, darüber könne man nur spekulieren, habe ich eingeräumt, es gebe militante Gegner militärischen Fluglärms, die unter Umständen Urheber einer solchen Attacke sein könnten. Nun stellt im vorliegenden Text niemand explizit diese (rekonstruierte) Frage. Damit wird die Technik noch subtiler. Denn es muss jemand – sich oder anderen – eine solche Frage gestellt haben, damit ein Satz wie der oben zitierte Sinn ergibt. Denn von sich aus hat die Polizei mit ihrer Pressemitteilung zumindest keinerlei Spekuationen in dieser Richtung eröffnet. War es der Nordkurier? War es die GFD? Der Text bleibt uns die Antwort schuldig, so dass die Implikation, es gebe militante Kritiker militärischen Fluglärms, unüberprüfbar bleibt. Dies ist eine übliche Technik, um sich gegenüber Kritik zu immunisieren bzw. sich der Beweislast zu entziehen.

Zugleich erweckt der Text den Eindruck, zumindest drei verschiedene Institutionen hätten sich zu „militanten Gegnern militärischen Fluglärms“ geäußert, wenn auch lediglich dahingehend, dass man nur darüber spekulieren könne, ob diese etwas damit zu tun haben. Die Formulierung „GFD und Behörden“ – Behörden im Plural – legt nahe, dass sich außer der GFD noch andere offizielle Stellen, darunter die Polizei, zu der (nicht explizit gestellten) Frage der Urheber der Attacke geäußert haben. Da im Artikel außer der GFD und der DFS nur noch die Polizei als „Behörde“ sprachlich in Erscheinung tritt, muss davon ausgegangen werden, dass mit „Behörden“ hier DFS und Polizei gemeint sind. Da wir aber explizit im Unklaren darüber gelassen werden, welche „Behörden“ sich zu „militanten Kritikern“ geäußert haben, immunisiert sich der Artikel auch hier gegenüber möglicher Kritik. Dies schließlich auch noch über eine „das-habe-ich-ja-nicht-behauptet-Strategie“: Niemand hat gesagt, dass die militanten Kritiker etwas mit der Laserattacke zu tun haben – im Gegenteil, es wurde ja explizit in den Bereich der Spekulation verwiesen. Es hat ja genaugenommen nicht einmal jemand behauptet, es gebe militante Kritiker. Dies ist nur impliziert…

Ein solches rhetorisches Mittel im Kontext einer existierenden Auseinandersetzung um die Etablierung und Ausweitung militärischer Manöver der Luftwaffe in MV und Brandenburg einzusetzen, hat verschiedene Auswirkungen – ob beabsichtigt oder nicht, ist im Rahmen dieser Analyse zweitrangig, da die Wirkung unabhängig von der Intention eintritt und auf jeden Fall genutzt werden kann:

1. Einen fiktiven Gegner zu etablieren, ist eine Form der Nutzung der Methode des „semper aliqid haeret“ – etwas bleibt immer hängen. Nachzuweisen, dass es etwas nicht gibt, ist bereits aus logischen Gründen schwer. „Kritiker von militärischem Fluglärm“ und von militärischem Flugbetrieb werden sich ab sofort damit beschäftigen müssen, dass man schonmal etwas von „militanten Kritikern“ gelesen hat… und wurde nicht spekuliert, dass die vielleicht sogar etwas mit der Laserattacke zu tun hatten? – Es gab ja sogar ein Bild von einem!

2. Einen fiktiven – in diesem Fall zu kriminellen Handlungen fähigen – Gegener zu etablieren, ist eine wirksame Technik des „Brunnenvergiftens“ als einer Form des „ad hominem“-Arguments: Je strittiger eine These ist, um so entscheidender wird die Frage der Glaubwürdigkeit ihrer Vertreter/innen. Beim „Brunnenvergiften“ wird nicht eine These, sondern ihre Quelle verunglimpft. Auf diese Weise kann die inhaltliche Auseinandersetzung vermieden werden. Besteht die Möglichkeit, dass Gegner militärischen Fluglärms „militant“ sind, erübrigt sich, ja verbietet sich u.U. sogar die Beschäftigung mit dem, was sie zu sagen hätten, da sie sich bereits diskreditiert haben.

3. Einen fiktiven Gegner zu etablieren kann darüber hinaus noch im Rahmen der „red herring“-Technik nützlich sein: hier wird eine Spur gelegt, die vom eigentlichen Problem ablenkt und zu einer Themenverschiebung führt. Statt sich mit der zunehmenden Militarisierung und den damit einhergehenden Gefahren zu beschäftigen, kann sich das Gefährdungsszenario auf den Strohmann verschieben – Zukünftig müssen wir Angst vorm „militanten Kritiker militärischen Fluglärms“ statt vor der zunehmenden Militarisierung des Himmels haben.

Etwas bleibt immer hängen. Das ist rhetorische Kriegsführung, an die kein weiteres Wort verloren werden sollte.

24.8.2018 – militärischer Fluglärm über ehemals ruhigen Naturlandschaften und „militante“ Kritiker des Militärs in Hoodies, mit grünem Laser : ED-R 401 MVPA NE

Auch am 24.8.2018 wurde fleißig weiter an der „Normalisierung“ des Luftkriegsübungsgrundrauschens im Osten Deutschlands gearbeitet: Kampfflugzeuge und Tankflugzeuge sowie die privatwirtschaftlichen Kriegsübungsunterstützungflugzeuge röhrten im Himmel über den bis zum Herbst 2013 ruhigen Naturlandschaften des Nordostens herum.

Die Naturschutzverbände dieses Landes haben dazu seit über vier Jahren nichts zu sagen.

Wie immer interessiert das natürlich auch niemanden (wenn man Bündnis90/Grünen OPR glaubt – und den übrigen Straußenparteien). Außer den paar hundert Besuchern, natürlich, die diese Website pro Woche zu verzeichnen hat. Natürlich alles nur „militante Kritiker des militärischen Fluglärms“, also Kriminelle und Terroristen – wenn es nach dem Bundeswehrorgang „Nordkurier“ geht. Mit Hoodies und grünem Laser. So wird auch noch der letzte Rest an Zivilgesellschaft aus dem Osten vertrieben. Der Nordkurier ist die Speerspitze dieser neuen, unsensiblen, dumpfen und desinteressierten Gesellschaft. Denn nur die kann tägliches Kriegsgerät im Einsatz über ihren Köpfen widerspruchslos und undiskutiert hinnehmen. Zivilgesellschaft im Nordosten? Fehlanzeige!

Und so sieht üble Stimmungsmache der militanten Presse gegen Transparenz und Diskurs aus:

„Das ist wirklich erschreckend“: https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/flugzeug-ueber-stralsund-mit-laser-geblendet-2432945308.html

Was wirklich erschreckend ist: In dem Artikel fehlen

  • eine Berichterstattung zu den Hintergründen der ED-R 401 MVPA NE (die fehlt in dem Blatt seit über vier Jahren),
  • ein Hinweis darauf, dass neben dem GFD-Flugzeug noch dutzende Kampfjets zur gleichen Zeit in der Gegend unterwegs waren,
  • ein Hinweis auf die genauen Prozedere, wie die Gesellschaft für Flugzieldarstellung Flugziel für Kampfjets spielt. Möglicherweise nämlich mit (grünen?!) Ziellasern!? Könnten diese Laser blenden? Wir wissen es nicht. Der Nordkurier stellt keine Fragen.
  • Wer kann die Aussage der GFD verifizieren? Gab es wirklich einen Laserangriff auf dieses Flugzeug?
  • Wie kann ein am Boden stehender Mensch ein GFD Flugzeug im dunklen Himmel sehen und so genau anpeilen?
  • Sind Kritiker des militärischen Fluglärms wirklich militärisch ausgestattet, können also nachts kleine Flugzeuge in so großer Höhe so genau anpeilen und zusätzlich auch noch mit einem Laser deren Piloten blenden? Oder handelt es sich nicht viel wahrscheinlicher um Kriminelle, denen es gar nicht um Kritik an militärischem Fluglärm geht? Um Jugendliche, wie an den Flughäfen großer Städte, wo immer wieder die Piloten anfliegender Linienmaschinen mit Lasern geblendet werden? Wieso bereitet der Nordkurier mit billigen Tricks die Verunglimpfung von Kritikern des militärischen Fluglärms den Weg, anstatt die Bürger über die Hintergründe zu diesem zu informieren? Welche Motivation haben die (Chef-)Redakteure des Nordkuriers, die eine solch schlechte journalistische Begleitung (nämlich gar keine!) eines gesellschaftlich relevanten Themas über Jahre hinweg immer aggressiver betreiben bzw. blockieren?

 

 

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23.8.2018 – Von wegen Alarmrotte! Militärische Nachtflugübungen mit Luftbetankung über Mecklenburg und Brandenburg

Am 17.8.18 lancierte das Geschwader Laage in der Lokalausgabe des Nordkurier für die Mecklenburgische Schweiz die Meldung, dass eine sogenannte Alarmrotte – bestehend aus zwei Eurofightern – in der nächsten Zeit für erhöhten Flugbetrieb sorgen würde.
(http://www.nordkurier.de/mecklenburgische-schweiz/mehr-kampfjets-der-luftwaffe-heben-im-nordosten-ab-1732886208.html)

Das ist eine falsche Darstellung, denn was wir seit Montag jeden Abend bis 23 Uhr erleben, sind Luftkriegsübungen über dem gesamten Gebiet der Zone E-DR401 MVPA.

Die Anwohner werden verhöhnt und für dumm verkauft.

Die Flächenverlärmung des heutigen Abends reicht von der Boddenkette Vorpommern bis hinunter in die Rheinsberger Landschaft, von Anklam bis nach Schwerin.

So gab es heute Nachmittag gegen 17:00 im Gebiet der südlichen Müritz einen gewaltigen Überschallknall, der im ersten Schreck eine schlimme Katastrophe vermuten ließ

Am 23.8.18 um 22:15 läuft eine bereits seit zwei Stunden andauernde Luftbetankungsübung über dem Warnowtal, einer Landschaft, die auch Liebschaft Mecklenburg genannt wird (http://www.liebschaft-mecklenburg.de/).

Ein Airbus mit der Kennung COBO31 fliegt zwischen Rostock und dem Ostufer des Schweriner Sees Schleifen, während sich immer wieder Kampfjets andocken und Flugbenzin übernehmen.

Der Ordnung halber: Die nachfolgenden Radarbilder beruhen auf einem Internetservice, der von den Flugzeugen ausgesendete Positionsdaten (Mode-S Transponder) auswertet, und können aus technischen Gründen unvollständig und/oder ungenau sein.

 

22.8.2018 – Militärischer Fluglärm über der Mecklenburgischen Seenplatte, den Brandenburger Seen in Stechlin-Ruppin, den Inseln Rügen und Hiddensee / ED-R 401 MVPA NE