Nicht zuviel versprochen: Voll auf die Ohren in der gesamten Zone

Nun ist es raus: Die Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) benutzt taktische Rufzeichen der Luftwaffe. Learjets der GFD sind diese Woche unter anderem als SCARE unterwegs, was sonst nur bei Kampfjets der Fall ist. Das dürfte der Beweis dafür sein, dass die "zivilen" GFD-Flieger voll in die Luftkriegsübungen der Luftwaffe eingebunden sind.

Neu auf dem Spielfeld sind Kleinflugzeuge des Condor Flugdienstes, die vermutlich die Rolle der PTO-Flieger übernehmen. Natürlich auch mit zivilen Kennungen.

Highlights des Tages:

Luftbetankung zwischen Schwerin und Rostock durch zwei Tankflugzeuge von US Airforce und Luftwaffe. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wird komplett zugelärmt.

Insgesamt finden an diesem Vormittag innerhalb von nur zwei Stunden nachvollziehbar ca. 15 militärische Flüge statt. (Quelle: MLAT-Aufzeichnungen, ADS-B-Aussendungen der Flugzeuge)

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Westbesuch!

Es gibt ihn noch, den guten alten Westbesuch!

Am Freitag früh kam unverhofft VIKINGT zu Besuch in die Zone (ED-R 401 MVPA). Die MLAT-Daten legen nahe, dass VIKINGT bei Teterow nur ca. 800 Fuß hoch flog, also circa 266m.

Gegen 10.40 Uhr wurde außerdem ein weiterer Tiefstflieger über den Wipfeln eines Kiefernforsts und über den Giebeln der Wohnhäuser von Rheinsberg beim Kriegspielen beobachtet. Der Tornado (vermutlich) war keine 100m hoch und flog ohne aktiven MODE S Transponder, war als per MLAT nicht lokalisierbar.

Nicht ganz regelkonform, liebe Luftwaffe:

“ Tiefflug bedeutet Flug mit Kampf- und Transportflugzeugen unter 1500 Fuß (ca. 500m). Er ist grundsätzlich überall in Deutschland zulässig an Werktagen von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit einer Mindesthöhe von 1000 Fuß (ca. 300m) über Grund. “ Quelle:https://www.luftfahrtamt.bundeswehr.de/portal/a/lufabw/start/buergerservice/militaerischerflugbetrieb/tiefflugundueberschallflug/!ut/p/z1/04_Sj9CPykssy0xPLMnMz0vMAfIjo8zizSxNPN2Ngg18_Z39TQ0czc09wryDTI0M_A31wwkpiAJKG-AAjgb6wSmp-pFAM8xxmmFioh-sH6UflZVYllihV5BfVJKTWqKXmAxyoX5kRmJeSk5qQH6yI0SgIDei3KDcUREA017NmQ!!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_694IG2S0MOCO50A77HVKR52044

Um aber auch für diesen Fall gewappnet zu sein, haben sich die Generäle von ihren Vertretern in Parlament und Regierung eine weitere Ausnahme bauen lassen. Wir verweisen dazu z.B. auf Fußnote Nr. 64 im Paper von Braunstein und Leisegang auf der Startseite dieser Website. Darin heisst es:

„Das Gegenteil ist der Fall: Unterhalb der 3000m-Grenze beginnt üblicherweise der „unkontrollierte Luftraum“, in dem militärischer Flugverkehr überhaupt nicht an bestimmte Streckenführungen oder spezielle Flugzonen gebunden ist. Schließlich werden selbst Tiefstflüge unterhalb von 300m, die eigentlich in der Bundesrepublik Deutschland laut Militärischem Luftfahrthandbuch ausgesetzt sind, durch ein „Tiefflugkontingent“ von jährlich 1600 Stunden, welches werktäglich damit durchschnittlich bis zu 10 Stunden Tiefstflüge im gesamten Bundesgebiet ermöglicht, zur Regel und als regelkonform etabliert. Die Aussetzung von Tiefstflügen ist mittels einer „Blankosondergenehmigung“ praktisch ausgesetzt. Tiefflüge wiederum, das scheinen umfangreiche Beobachtungen zu bestätigen, sind integraler Bestandteil der Übungsmuster, die innerhalb der ED-R 401 MVPA NE geflogen werden, die aber, wie vorgehend beschrieben, nur teilweise und unvollständig statistisch erfasst werden. Im Gegensatz zu dieser Erkenntnis wird von Journalisten oft der Versuch unternommen, diese Tiefflüge als punktuell, ungewöhnlich, als eine Ausnahme eben, ausschließlich im Einzelfall zu berichten. So kommt es durch den rbb sogar zu der Bezeichnung „Vorwürfe gegen die Bundeswehr“, wenn es um konkrete Beschwerden gegen Tiefflüge geht.“

Der Ordnung halber:
Die dargestellten Flugrouten basieren auf Aufzeichnungen der von den Flugzeugen selbst ausgesendeten ADS-B Signale (https://de.wikipedia.org/wiki/Automatic_Dependent_Surveillance) und der redundanten Postionsbestimmung durch (Multi-) Lateration (https://de.wikipedia.org/wiki/Lateration#Trilateration_und_Multilateration)

4.7.2019: Tornado-Lärmexport aus Jagel nach MV und Brandenburg, Fluglärm durch Gesellschaft für Flu gzieldarstellung in Kühlungsborn, NOBLE Hobel

Am 4.7.2019 kam es, wie jeden Werktag, zu umfangreichen Luftkriegsvorbereitungsflügen durch alle möglichen militärischen Luftfahrzeuge über dem Gebiet von Deutschland. Per MODE S MLAT konnte ein kleiner Teil dieser werktäglich heißlaufenden Kriegsmaschine auch für den 4.7.2019 dokumentiert werden.

Wie an vielen Werktagen, wurde das Gebiet Kühlungsborn (Ostseebad) zur Hauptferienzeit durch Learjets der kommerziellen Gesellschaft für Flugzieldarstellung, GFD mbh, verlärmt. Diese Zielflugzeuge flogen in niedrigen Flughöhen. Wo sich GFD Jets befinden, sind Kampfets nicht weit. Dass diese nicht auf den MLAT Aufnahmen zu sehen ist, ist kein Beweis, dass diese GFD-Flugzeuge nicht beim Katz&Maus-Spiel erwischt wurden. Kampfjets nutzen die GFD-Flugziele als elektronische Ziele. Es kommt daher immer zu militärischem Fluglärm und besonders riskanten militärischen Flugmanövern, wenn GFD-Flugzeuge auftauchen. Möglicherweise verbrennt die GFD aber auch nur so ein bißchen Kerosin – leider gibt die GFD als Mitglied des exklusiven „Need-to-know-Clubs“ keinerlei transparente Informationen zu Ihrem Flugplan heraus.
Ebenfalls zu sehen ist der Start von Eurofightern aus Laage, hier als Flugzeug NOBLE zu erkennen.
Die üblichen Eskapaden der Kampfjetrotten aus dem Nordwesten, die werktäglich immer öfter in den Raum Müritz – Uckermark – Friedland – Rheinsberg /Stechlin einfallen, sind auch hier wieder zu sehen. In diesem Fall durch das Flugzeug VIKING zu symbolisiert.
Die Rückkehr dieser Rotte zum Fliegerhorst Jagel ist recht genau zu sehen. Dabei ist auch zu erkennen, welches Inferno derweil über der Nordseeküste tobt: PANTR, RAGE und GFD gaben sich die Bombe in die Hand.

Haben Sie militärischen Flugübungen an Ihrem Wohn-, Arbeits- oder Urlaubsort im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE beobachtet? Veröffentlichen Sie sie hier, schreiben Sie uns einfach eine e-mail. Nutzen Sie unser Kontaktformular.

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