Aktuelle Ausdehnung der militärischen Flugzonen ED-R 401 MVPA NE und ED-R 166 über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

ET_MAP02_en-17-Composite-ED-R-401-MVPA-NE-18-4-2019-lt-MILAIS-GEMIL-FLIPBild: ED-R 401 MVPA NE und Nachtflugzone für Luftkampfübungen in niedriger Flughöhe, ED-R 166, Composite Image by edr401mvpa.wordpress.com

Quellen: ZentrLuftOP, 26.4.2018, milais.org

 

Luftbetankungsovale: über den ehemals ruhigen Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns und Nordbrandenburgs wird die Luftbetankung im Rahmen von Luftkriegsübungsmustern geübt (“Only for use in conjunction with ED-R 401 and booking BASIC 1.” – bzw. BASIC 2). Dabei wird toxischer NATO Treinstoff vom Typ JP8 über den klarsten Seen Europas freigesetzt. Ein Absturz eines Tankflugzeuges oder eines voll betankten Kampfjets wäre verheerend. Vom Militär wird behauptet, der Treibstoff käme nicht bis zum Boden, würde vorher verdunsten. Allerdings wird im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE routinemäßig so tief geflogen, dass Treibstoff, der durch Tiefflieger verloren wird, nicht verdunsten kann, bevor er den Boden oder die Oberflächengewässer erreicht. Es gibt Berichte von betroffenen Einwohnern der Flugzone, wonach schwarze oder schmierige Flecken nach nächtlichen Militärübungen auf verschiedenen Oberflächen am Boden gefunden wurden.

Die Luftbetankungsmaschinen der US Airforce und der Royal Airforce kommen immer öfter direkt von Stützpunkten in Großbritannien zu diesen Luftbetankungsmanövern über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg geflogen. Die Flugzone entwickelt sich also immer mehr zu einer Standardluftbetankungsübungszone der NATO-Staaten, die diese Luftbetankungsmanöver in dieser Häufigkeit über dem eigenen bewohnten Territorium für zu gefährlich halten.

Im Anschluß an Luftbetankungsmanöver kommt es in allen Flughöhen zu randaleähnlichen militärischen Luftkriegsübungen. Diese schließen Intercept- (neuerdings auch Air Combat Mission genannt), Tiefflug-, und Überschallflüge ein. Die Bundeswehr streitet ab, dass Flüge unterhalb der unteren Flughöhenbegrenzung für die hier abgebildeten Militärzonen etwas mit den Übungen in ihnen zu tun hätten. Das ist natürlich falsch und ein Versuch, die Gesamtbelastung der militärischen Übungen, die im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE durch deren heimliche Aktivierung im Herbst 2013 immer weiter zunehmen, kleinzureden und mit statistischen Tricks zu vertuschen.

 

ED-R 401 MVPA NE: mittlerweile westlich bis Schwerin ausgeweitet. Seit ihrer heimlichen Aktivierung im Herbst 2013 wurde diese europaweit einmalig opake militärische Übungszone mehrmals in ihren Ausdehnungen geändert und erweitert, es wurden neue sog. BASIC-Sektoren hinzu- gefügt (z.B. über Hiddensee) – ohne Bürgerbeteiligung, Umweltverträglichkeitsprüfung und in Ignoranz sämtlicher demokratischer Mindeststandards und aller Klima- und Umweltschutzziele der Europäischen Union und Deutschlands.

Fragen zum ökologischen Aspekt der Luftkriegsübungen im Gebiet der ED-R 401 MVPA NE werden von der Bundeswehr, dem Bundesverteidigungsministerium und den Landesbehörden grundsätzlich, kategorisch und aus Prinzip nicht beantwortet. Es besteht ein großer Geheimnisringelpiez. Deshalb ist die ED-R 401 MVPA NE auch Thema für Extinction Rebellion, Fridays for Future und progressive linke und europäische politische Bewegungen.

 

Low Altitude Night Training Area ED-R 166: hier werden (oder sollen) nachts Abfangübungen in niedriger Flughöhe mit Kampfjets und anderen militärischen Fluggerätschaften geübt (werden). Nach dem militärischen Fluglärm des Tages gibt es also auch nachts Kampfjetlärm über Mecklenburg- Vorpommern.

 

Der Luftraum unterhalb der “offiziellen” unteren Flughöhenbegrenzung all dieser Zonen: Hier finden routinemäßig große Teile der werktäglichen Luftkampfübungen der Art statt, wie sie am 24.6.2019 zur Beinahekatastrophe in der Region Müritz führten. Alle Tief- und Tiefstflüge (bis unterhalb 300m) finden in diesem Luftraum statt und werden in Statistiken der Bundeswehr zum militärischen Flugaufkommen, welches mit der Aktivierung der ED-R 401 MVPA NE im Herbst 2013 plötzlich über bis dahin stillen Regionen des Nordostens Deutschlands einsetzte, unterschlagen.

Es wird das Flugaufkommen je Flugzone erfasst und es werden nicht die Flugstunden pro Flugzeug, sondern die sog. Nutzungsstunden erfasst. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass 5 Kampfjets mehr Lärm verbreiten als einer. Statt fünf Flugstunden wird so also nur eine Stunde in der Statistik erfasst – wenn überhaupt. Die Statistiken werden nach 3 Jahren gelöscht. Trotz ununterbrochener Bitten und Hinweise durch Bürgerinnen und Bürger werden diese Daten dennoch nicht durch die im Bundestag vertretenen Parteien, die gegenüber der Bundeswehr (Parlamentsarmee) eine Kontrollfunktion ausüben sollen, erfragt. Das kann nur als Absicht gewertet werden. Selbst die Linke schiebt „Formfehler“ vor, wenn es um die rechtzeitige Einreichung von parlamentarischen Anfragen geht. Wie links ist das denn!? So wird die Entwicklung der Militarisierung im Nordosten Deutschlands unsichtbar gemacht.

 

Der Fluglärm und die sonstigen Belastungen der Bevölkerung, die sich aus dem hoch riskanten militärischen Flugbetrieb über bewohnten Gebieten ergeben, werden so schön gerechnet. Das Parlament, welches solche Entwicklungen eigentlich kontrollieren und verhindern bzw. begrenzen soll, bekommt also “getunte” Statistiken vorgelegt, die die wahren Zustände im Nordosten Deutschlands verschleiern – und unterstützt solche fehlerhaften Statistiken, indem es Anfragen gar nicht oder zu spät stellt, zu unscharf formuliert, nie nachfragt usw.

 

Eine faktische Pressezensur zum Thema ED-R 401 MVPA NE verschärft den Informationsnotstand noch zusätzlich.

 

Dies ist ein Informationsangebot von Bürgerinnen und Bürger, die durch die Folgen der heimlichen Aktivierung der ED-R 401 MVPA NE im Herbst 2013 unmittelbar betroffen sind oder sich mit Betroffenen solidarisieren. Das Informationsangebot füllt ein journalistisches Vakuum aus, welches seit Jahren besteht.

 

Nachdruck nur nach Rückfrage und Quellenangabe.

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