Ostbeauftragte der Bundesregierung verkennt die Folgen der Remilitarisierung Ostdeutschlands durch die Bundesregierung

Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer schlägt Alarm:

“ (…) Der Bevölkerungsrückgang führt dazu, dass Ostdeutschland bei der Entwicklung seiner realen Wirtschaftskraft weiter an Boden verliert. (…)“

“ (…) Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar. (…)“

Liebe Frau Gleicke, kennen Sie die im Herbst 2013 heimlich eingerichtete militärische Flugübungszone ED-R 401 MVPA North East? Nein? Dann sollten Sie sich möglichst bald auf den aktuellen Stand der tatsächlichen Zustände in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg bezüglich der rasant ablaufenden Remilitarisierung bringen. Denn hier hat die Bundesregierung klammheimlich zwei Bundesländer zum täglichen Luftkampfgebiet für Kampfjets (!) degradiert. Wie Sie ja sicherich wissen, ist es nicht so lange her, da wurde der Staat, der durch konsequente Militarisierung des Alltags auch einen Grundstein des Übels legte, von dem Sie heute schreiben, Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die neuen Bundesländer wurden seitdem erfolgreich entmilitarisiert! Doch leider finden sich heute plötzlich Zustände im Osten, die das alltäglich Militärische der DDR sogar noch übertreffen: zum Beispiel die militärische Flugübungszone für Eurofighter über weiten Teilen von MV und Brandenburg. Die feuchte Traum der NVA Generäle wird endlich Wirklichkeit: militärischer Flugverkehr wird wieder zum täglichen „Feature“ im halben Osten! Die Sprüche sind auch wieder da: „Für den Frieden fliegen wir“. Militärischer Flugverkehr wird mit dem zivilen Flugverkehr gemischt. Kampfjets aller Orten. Militärischer Kampfjetflugverkehr – Nachbrennerdonnern und irre Kondensstreifen im Himmel, Tiefflüge über den Baumwipfeln. Endlich wieder normal in Deutschland (ost). (?)

Und was meinen Sie wohl: Wer wird denn noch in eine Region zuziehen wollen, in der es jeden Tag Luftkriegsgedonner von Kampfjets gibt, die durchschnittlich im Vierer- bis Sechserpack irre Zickzackmanöver über Dörfern, Siedlungen und Städten, über mühsam entmilitarisierten (nach der Wende) Gebieten, über mühsam unter Schutz gestellten sensiblen Naturräumen, inklusive der Mecklenburger Seen, des UNESCO Gebietes Müritz/Serrahn, der Insel Rügen usw fliegen? Jeden Tag. Bis zu drei Lärmwellen, jede davon zwischen einer halben und zwei Stunden andauernd!

Wer möchte denn in so einer Gegend wohnen?

Wer kann sich hier noch erholen? Welcher Tourist möchte seinen Urlaub in einem militärischen Übungegebiet verbringen? Wie macht man den Naturtourismus am besten kaputt, der hier ein wesentlicher Wirtschaftszweig der Region ist?

Wer investiert denn in einem militärischen Großübungsgebiet, welches dazu führt, dass die Bevölkerung noch schneller aus dem südlichen Mecklenburg und dem nördlichen Brandenburg schwindet, als sowieso schon?

Wer bleibt denn am Schluß übrig? Wird die Zivilgesellschaft tatsächlich gestärkt, indem der halbe Osten remilitarisiert wird?

Und nebenbei: Wo sind denn die Journalisten alle hin, die so gerne Ost-Bashing betreiben? (Liebe Journalisten: Seid ihr wirklich am Osten interessiert, oder nur am Bashing?)

Ich würde sagen, es interessierten sich allenfalls vorwiegend xenophobe, rechtsgerichtete Bürger positiv für tägliche Kampfjets im Himmel über ihren Häusern, über ihrer Landschaft, über Ihrem Arbeitsort. Die bleiben also mit Sicherheit dort, im Osten. Jetzt erst recht! 😉 Der Rest wird über kurz oder lang weggedonnert, militärisch zermürbt. Der Zuzug wird zum Erliegen kommen, denn die Ruhe, die die Menschen im Osten gefunden hatten, gibt es nicht mehr.

Die Militarisierung von Mecklenburg Vorpommern und Nordbrandenburg wird militarisierte und aggressive, intolerante junge Menschen hervorbringen. Auch das hatten wir doch schon vorher beobachtet, in dieser Gegend… Wissen Sie noch? Die, die die Militarisierung nicht wollen, werden, wie schon mal dagewesen, „nach drüben“ gehen (müssen). Die, die die Militarisierung der DDR erfolgreich überwunden hatten, werden dem Osten desillusioniert den Rücken kehren.

Wer wird also übrig bleiben, im Luftkampfgebiet Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg?

Warum steht in Ihrem Bericht zu diesen Zusammenhängen und zu diesem doch so aktuellen, brennenden und augen- und ohrenscheinlichen Problem im Osten kein Wort?

 

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