Prignitzer Nachtübungen: Behörden ahnungslos, Wiederholung angekündigt – Bundeswehr besitzt Narrenfreiheit

Bereits eine Weile her – aber nicht weniger interessant: der Nordkurier berichtete bereits im Februar 2016 von ahnungslosen Behörden im Landkreis Prignitz, die Hinweise und Nachfragen von Bürgern zu nächtlichen Verlärmungen der gesamten Region nicht erklären konnten, obwohl sich die Prignitz seit Herbst 2013 innerhalb der militärischen Flugzone MVPA North East befindet.

Pressesprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin (…) „Es gab kein polizeiliches Vorkommnis, für das Hubschrauber im Einsatz waren.“

Sprecherin des Bundespolizei-Präsidiums Berlin (…) Die Fliegerstaffel der Bundespolizei habe am Dienstag keine Übungen in der Prignitz absolviert

Die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg weiß ebenfalls keine Antwort. (…) Zivile Flüge in diesem Bereich seien nicht gemeldet worden

(…) auch der erste Anruf bei der Bundeswehr bringt keine Aufklärung.(…) Das sächsische Lufttransportgeschwader 64 fliege zwar Übungen mit vier Maschinen, aber nicht im Raum Prignitz

Die Behörden auf Kreis- und Landesebene rätseln zunächst über vermeintliche Ufos und auch die Bundeswehr hat angeblich keine Ahnung:

http://www.svz.de/lokales/prignitz/geheimnis-am-nachthimmel-id12832491.html

Wenig später meldet sich Oberstleutnant Ackermann von der Bundeswehr und erzählt ein bißchen aus dem Nähkästchen:

http://www.svz.de/lokales/prignitz/kampfjets-aus-laage-trainieren-neue-taktik-id12837776.html

In den Ausführungen der Herrn Ackermann erscheinen diese Übungen als eine harmlose Veranstaltung. Aber Achtung: es wird bereits in dieser Verlautbarung die jährliche Wiederholung angekündigt! Und wer die Genossen von den bewaffneten Friedensstreitkräften Bundeswehr kennt, weiß, dass es von „jährlich“ zu „täglich“ nur einer X. Änderung eines Anhangs eines einschlägigen Papiers für Luftfahrtspezialisten bedarf, um diese an sämtlichen Behörden, Parteien, Politikern, Medien und natürlich auch den Bürgern vorbei zu „veröffentlichen“ und auch gleich in den „Regelbetrieb“ zu überführen.

Es ist der erste Kurs dieser Art für Piloten der Bundeswehr, so Matthias Ackermann. Das Training endet heute, soll künftig jährlich stattfinden. Die Übungen müssen keiner Luftfahrtbehörde angezeigt werden. Sie finden in einem Luftraum statt, der dem Militär offiziell zur Verfügung stehe. Dieser erstreckt sich über Mecklenburg, Nord- und Ostsee, Hamburg bis an den nördlichen und südlichen Rand von Berlin, erklärt Ackermann.

Herr Ackermann weitet den Narrenfreiraum gleich bis nach Hamburg aus – auch, wenn das vielleicht gar nicht stimmt.

Interessant sind auch die Ausführungen zu Lear Jets und deren Rolle bei Übungsflügen in der militärischen Lärmzone ED-R 401 MVPA North East (auf dieser Website bereits hier beschrieben):

Learjets sind zweistrahlige Flugzeuge, die häufig für Geschäftsreisen genutzt werden. Die an der Übung beteiligten Maschinen stammen von der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD), bestätigt Matthias Ackermann. Die GFD ist ein Trainingspartner der Bundeswehr. Sie hat ihren Sitz auf dem NATO-Flugplatz Hohn bei Rendsburg.

Ebenfalls beteiligt waren an jenem Abend zwei Lear-Jets. Diese Spezialflugzeuge spielten die feindlichen Eindringlinge. Kampfjets sollten sie abfangen.

Nach eigenen Angaben verfügt sie über eine Flotte von 14 Learjets. Sie kommen in der Ausbildung für die Waffensysteme von Heer, Luftwaffe und Marine zum Einsatz (…)

Ufos_in_der_Prignitz_Geheimnis_am_Nachthimmel_svz.de_-_2016-07-19_22.14.48 Keine_UFOs_über_der_Prignitz_Kampfjets_aus_Laage_trainieren_neue_Taktik_svz.de_-_2016-07-19_22.14.13

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